WEIDETAGEBUCH

Aktuelles von den Wasserbüffelweiden

Sie sind anpassungsfähig, robust und haben nichts gegen nasse Füße. Seit Juni 2018 beweiden Wasserbüffel als zottelige Landschaftspfleger halbjährlich die bis dahin brachgelegenen, monotonen Überschwemmungsflächen im Naturschutzgebiet Lainsitzniederung.
Mit ihrem Appetit auch auf Gehölze, Brennnessel und das drüsige Springkraut sollen sie die Retentionsflächen vor allzu üppigem Bewuchs bewahren. Sie sind perfekt an diese feuchte Umgebung angepasst und fühlen sich sichtlich wohl in ihrer neuen Umgebung. In Form eines Weidetagebuches möchten wir Ihnen auf dieser Homepage regelmäßig über Neues und Interessantes von den Büffelweiden berichten.

Frühlingsputz auf den Wasserbüffelweiden

17. April 2020

Aktuell laufen die Vorbereitungen für den Start in die 3. Weidesaison, die Anfang Mai beginnen soll, auf Hochtouren.

Da durch Hochwässer immer wieder Müll auf die Weiden gespült wird, erfolgte im Vorfeld die „Reinigung“ der Weideflächen. Zu finden war dabei alles was schwimmen kann und von der Bevölkerung flussauf unrechtmäßig entsorgt wurde: Plastikspielzeug, Getränkedosen, und Plastikflaschen, Bälle, Ölkanister, Plastikkübel und -fässer, Folien und Verpackungsmaterial sowie diverse Styroporteile. Dieser Müll kann für die Büffel sehr gefährlich werden, wenn er bei der Nahrungsaufnahme unbeabsichtigt verschluckt wird. Unter vollem Einsatz wurden die angespülten „Fundstücke“ daher sogar aus Gewässern gefischt.

Insgesamt wurden bei der Reinigungsaktion 4 Säcke Müll entsorgt.

Zweite Weidesaison beendet

18. Dezember 2019

Unsere Wasserbüffel sind bereits seit einiger Zeit wieder im Winterquartier in Stadlberg und auf den Weiden ist Ruhe eingekehrt.

Obwohl vieles schon bekannt war gab es auch in der zweiten Weidesaison einige Überraschungen: So wurde in diesem Jahr zum ersten Mal beobachtet, dass die Tiere in den Lahnen schwimmen. Noch im Vorjahr wurden tiefere Wasserstellen von den Büffeln gemieden, in dieser Saison verdichteten sich jedoch die Hinweise auf Büffel, die sich im Wasser aufhielten. Unklar ist, wie es zu dieser „Meinungsänderung“ der Landschaftspfleger gekommen ist. Möglicherweise war das geringere Futterangebot auf der beweideten Teilfläche der Auslöser, oder die Tiere kannten die Gegebenheiten vor Ort im zweiten Jahr bereits besser und wurden dadurch mutiger.

Im Großen und Ganzen blicken wir auf ein erfolgreiches Weidejahr zurück und freuen uns bereits auf die kommende Weidesaison.

Zweimal Nachwuchs im September

05. Oktober 2019

Innerhalb von nur neun Tagen gab es im September 2019 gleich zwei Mal Nachwuchs auf der Büffelweide. Die beiden Mütter und Kälber sind gesund und wohlauf und konnten sich bereits nach kurzer Zeit dem Rest der Herde anschließen. Mit den beiden Kälbern ist die Herde nun bereits auf insgesamt 15 Tiere angewachsen.

Internationale Experten zu Gast auf der Wasserbüffelweide

29. September 2019

Von 22. – 27. September fand in der etwa 35 km entfernten Stadt Třebon (CZ) ein Internationaler Ramsarkurs zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft in Feuchtgebieten“ statt. Im Rahmen einer Exkursion besuchten die Teilnehmer des Kurses am 24. September auch die Wasserbüffelweiden in der Lainsitzniederung, als „best-practice“ Beispiel für das Zusammenspiel von landwirtschaftlicher Nutzung und naturschutzfachlicher Erhaltung wertvoller Feuchtgebiete. Mag. Axel Schmidt stellte das Projekt vor und informierte die Exkursionsteilnehmer über erste Ergebnisse und Beobachtungen im Hinblick auf die Auswirkungen der Beweidung auf die Vegetation.

Erster Nachwuchs der Weidesaison 2019

15. Juli 2019

Nur wenig später als im Vorjahr gab es nun in der zweiten Weidesaison den ersten Büffelnachwuchs. Mutter und Kalb sind wohlauf. Bereits in den ersten Tagen nach der Geburt unternahm das Junge mit der Herde ausgedehnte Erkundungstouren im gesamten Weidebereich. Diese sind durch ausgedehnte Pausen unterbrochen in denen sich das Kälbchen liegend von den anstrengenden und aufregenden Spaziergängen erholt. Aktuell ist der Nachwuchs samt der 12-köpfigen Herde auf der reichlich abgefressenen Weide gut zu beobachten. In den nächsten Tagen soll die Herde jedoch auf die heuer noch nicht beweidete Teilfläche, südlich des Zugangsweges, umziehen und dort für eine Reduktion des mittlerweile hoch stehenden Bewuchs sorgen.

Zusätzliche wissenschaftliche Untersuchungen

31. Mai 2019

Im Zuge einer Kooperation der HLUW YSPERTAL (Höhere Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe – Ausbildungszweig Umwelt und Wirtschaft, Wasser- und Kommunalwirtschaft) und dem Ingenieurbüro Mag. Axel Schmidt sowie der Stadtgemeinde Gmünd führen die Schüler Alexander Wanko und Benjamin Schmid ein Diplomarbeitsprojekt auf den Wasserbüffelweiden durch.

Unterstützt und betreut werden sie dabei vom Biologen und Projektleiter Axel Schmidt und dem HLUW-Lehrer Peter Bohm. Dabei sollen zusätzliche Untersuchungen des Beweidungseinflusses auf einzelne Probeflächen im Grünland als auch die Auswirkungen der Büffel auf Gehölze in der Weide untersucht werden. Axel Schmidt erhofft sich dadurch wertvolle und naturschutzfachlich verwertbare Erkenntnisse. Laut Peter Böhm sollen die Schüler durch die Zusammenarbeit an die Verhältnisse im realen Berufsleben herangeführt werden, um dabei die in der Schule erworbenen theoretischen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Praxis anzuwenden bzw. erweitern zu können.